Die sechste „Social Media Night“ des Social Media Clubs Düsseldorf leitete ich – mit großem Vergnügen – mit dem weitläufigen Feld der Suchmaschinenoptimierung ein. Welche Stellschrauben sind wichtig? Worauf achten Suchgiganten wie Google, um ihren Nutzern immer „die besten Ergebnisse“ liefern zu können? Und im vorherigen Blogeintrag kündigte ich an, diese Aspekte einmal näher zu beleuchten. Das möchte ich nun machen – und vor allem in die aktuellen Entwicklungen rund um Mobile First, Content-Marketing und die neue Werbeanzeigenplatzierung von Google AdWords einordnen!

Die Suchmaschinenoptimierung lässt sich mit dem Samsara aus dem Buddhismus vergleichen: Der immerwährende Kreislauf aus Werden und Vergehen, alles fließt, nichts ist beständig. Alles ist ein Prozess. Etwas weniger religiös und spirituell angehaucht ist vielleicht der Vergleich zu einem Eigenheim: Wenn Sie die Lücken im Dach nicht flicken lassen, die Eingangstür nicht öffnen und sich um die Schlaglöcher und Wurzeln im Vorgarten nicht kümmern, können Sie zwar in diesem Gebäude wohnen, wundern Sie sich aber bitte nicht, dass keine Besucher kommen.

Das scheint ein bisschen wie Don Quijotes Kampf gegen die berühmten widerspenstigen Windmühlen, aber macht die Suchmaschinenoptimierung – zumindest aus meiner Sicht – äußerst spannend und interessant. Vieles was für ein gutes Ranking in den Suchmaschinen funktioniert, ist Erfahrung und Experiment. Sicherlich bieten Suchmaschinen wie Google ihre „Anleitungen“ für Webmaster, was aus SEO-Sicht gut ist und was den Giganten ärgert. Aber in welchem Maß wie was funktioniert und wirkt – das sollen die lieben Webmaster und Suchmaschinenoptimierer doch bitte selber herausfinden. Gerne! Ich bin nicht ohne Grund seit über 16 Jahren in der Branche tätig – jeder, der einen für ihn spannenden Beruf ausübt, wird das verstehen. Und in 16 Jahren sieht man ganz genau, was sich in der Suchmaschinenoptimierung als wohl aufwändigste Disziplin des Online Marketings verändert hat. Früher war man mit SEO erfolgreich, wenn man die ganze Seite mit dem Vielfachen eines passenden Keywords vollstopfte, bis es ihr und den Besuchern zum Hals herausgequollen ist. So landeten ziemlich viele Webseiten in den Top-Platzierungen, die für den User keinen bis gar keinen Mehrwert hatten, geschweige denn ihm wenigstens ein Schmunzeln entlockten.

Heute trägt die Suchmaschinenoptimierung ein anderes Gewand. Suchmaschinen sind deutlich intelligenter geworden, fordern einen ganzheitlichen Blick auf verschiedene Bereiche, die sich untereinander bedingen und unterstützen. Das resultiert aus den Bestrebungen der Suchmaschinen, bessere Ergebnisse zu liefern, die Nutzer zufrieden machen, und gleichzeitig Manipulationen zu minimieren sowie den Veränderungen im Nutzungsverhalten unsereins. Stichwort: Smartphone.

Mobile SEO: Die Freundlichkeit gegenüber Smartphone-Jüngern zahlt sich aus

Spätestens das Mobilegeddon im vergangenen Jahr sollte auch den letzten, tief schlafenden Webmaster wach gerüttelt haben: Ja, die Smartphone-Süchtigen sind wichtig! Mit dem „mobile friendliness“-Rankingfaktor verdeutlichte Google die Bedeutung der mobilen Internetnutzung für die Suchmaschinenoptimierung. Und die Entwicklung im Nutzungsverhalten zeigt: Mobile überholt Desktop. Zumindest in einigen Zielgruppe und bei einigen Keywords. Nach Angaben von Google erhält die Suchmaschine über 50 % der Suchanfragen über mobile Endgeräte. Und da Smartphones und Tablets keineswegs nur unterwegs genutzt werden, um schnell mal eine Suchanfrage zum nächst gelegenen Biergarten abzusenden, ist das Thema „Mobile Friendliness“ nicht nur in Bezug auf die Local SEO von Bedeutung.

Eine Webseite sollte in jedem Fall für die mobile Nutzung geeignet sein, nutzt man das Smartphone doch auch gerne auf der Couch, im Bett, Garten oder Auto, um Suchanfragen abzuschicken. Der User will einen Webseitenbesuch mit hohem Komfort, ohne den Display ständig anpassen zu müssen. Er will ein ansprechendes Design und keine 0815-Lösung für das Smartphone. Und er will schnelle Ladezeiten. PageSpeed ohne Kompromisse!

Es lebe der Content, es lebe die Vielfalt!

Webseiten müssen sich insgesamt vielseitiger aufstellen. Einfach nur News und Pressemitteilungen zu veröffentlichen – und über Facebook und Twitter zu verbreiten – reicht nicht mehr aus. Interaktiver Content wie Infografiken und Videos ist gefragt. Ein hoher Nutzen für den User und schnelle Ladezeiten sind auch hier von großer Bedeutung. Es empfiehlt sich bei der Erstellung von hochwertigem Content gleichzeitig an die neuen Entwicklungen in der Sucheingabe zu denken: Die Suche über die Spracherkennung wird immer beliebter – ganz nach dem Motto „Google, wo finde ich den nächsten Bäcker?“ Die klassischen W-Fragen sind hier von großer Bedeutung – also werden Sie nie müde, „wer, wie, was, wann und wo“ zu fragen, wenn Sie zielgruppenspezifischen Content entwickeln.

Nun denken sicherlich wieder einige Leser: Klar, Spracherkennung, ist doch ohnehin nur ein Hype! Aber warum dies nicht so ist, zeigen die Investitionen der Internetriesen: Google, Apple und Windows arbeiten verstärkt an dieser Technologie, die sie sich viel Geld kosten lassen. Und das machen derlei Weltkonzerne nur, wenn sie von der Forschung und Entwicklung auch finanziell profitieren können. Und wenn die Konzerne dann die Spielregeln ändern – wie bei den regelmäßigen Algorithmus-Updates oder neuen AdWords Anzeigen – müssen wir alle einen neuen Tanz einstudieren. Ob es uns gefällt oder nicht!

Auf neuen Wegen wandeln – der Geist der Suchmaschinenoptimierung!

Weitere Veränderungen in der Suchmaschinenoptimierung sind insbesondere bezüglich der neuen AdWords Anzeigen zu erwarten. Google hatte im März diesen Jahres die Anzeigen aus dem rechten Sichtfeld der SERP gestrichen. In der Top-Position werden nun bis zu vier Anzeigen gelistet, es folgen die organischen Ergebnisse teilweise gespickt mit Treffern aus der vertikalen Suche und drei weitere Anzeigen am Ende der Seite. Der Vorteil bei der Desktop-Suche: Durch den Wegfall der AdWords-Anzeigen am rechten Rand wird der Fokus wieder auf die organischen Ergebnisse gelegt. Bei der Suchanfrage über das Smartphone erscheinen auf den ersten Blick hingegen nur Anzeigen, zu den organischen Treffern muss man scrollen. Was nicht weiter schlimm ist, weil wir in unserem Leben schon einige 100 Kilometer gescrollt sind.

Aber die Suchmaschinenoptimierung muss sich nun wieder mehr ins Zeug legen, um sich gegenüber der AdWords-Anzeigen und vertikalen Ergebnisse behaupten zu können. Auch hier gilt: Ist die lokale Suchmaschinenoptimierung für die Webseite sinnvoll, dann sollte man investieren. Grundsätzlich empfiehlt es sich sicherlich SEO und SEA aufeinander abzustimmen, also zu schauen, welche Keywords bei AdWords zu kostspielig werden und ob sich eine Optimierung für die organische Suche lohnt. Aber im Experimentieren liegt ja auch der Geist der Suchmaschinenoptimierung!

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