Arbeit an der Basis

Das kann ja schon nicht so schwer sein, denken viele Unternehmen und Dienstleister, die wollen, dass ihre eigene Webseite im Internet gefunden wird. Und vielleicht denken das auch Kunden von SEO Agenturen – was machen die da eigentlich? Ich gebe Ihnen heute einen Überblick zu den Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung und zeige Ihnen, was die Arbeit an der Basis ausmacht.

Einführung in die Suchmaschinenoptimierung: Onpage und Offpage Grundlagen

Im Grunde entscheiden heutzutage Suchmaschinen darüber, ob eine Webseite erfolgreich ist oder nicht. Denn wenn User ihre Internetsitzung hauptsächlich über Suchmaschinen starten, muss hier Präsenz gezeigt werden, um Conversions wie Newsletteranmeldungen, Downloads, Anfragen oder Käufe zu generieren. Im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung kann der Webmaster zwei große Stellschrauben bedienen – die Onpage Optimierung und die Offpage Optimierung. Beide Bereiche der SEO werde ich nachfolgend ausführlich und im Detail erläutern.

Bevor die Optimierung an und im Umfeld der Webseite starten kann, sollte das Konzept der Webseite definiert sein. Dazu gehört nicht nur die Definition eines Ziels beziehungsweise Zwecks der Webseite, sondern auch die Auswahl von Haupt- und Nebenkeywords. Da Schlüsselwörter an sehr unterschiedlichen Stellen der Webseite vorkommen und eine wichtige Rolle übernehmen, sollten sie stets im Vorfeld analysiert und bewertet werden. Auf dieser Basis können Sie anschließend Kategorien beziehungsweise sämtliche Unterseiten definieren. Sie werden im weiteren Verlauf des Artikels schnell feststellen, dass Keywords an sehr vielen Stellen zur Onpage und Offpage Optimierung beitragen.

Onpage Optimierung: Wir schrauben direkt an der Webseite!

Maßnahmen, die unmittelbar an der Webseite vorgenommen werden können, bezeichnet man als Onpage Optimierung. Dieser Teil der Suchmaschinenoptimierung umfasst technische, gestalterische und inhaltliche Anpassungen, um die Webseite zu verbessern.

Architektur

Die Architektur einer Webseite – auch einfach als Navigation bekannt – bildet das Grundgerüst. Es gilt eine möglichst flache Seitenstruktur zu schaffen mit wenigen Ebenen. Das wirkt sich positiv auf die Indexierung durch Suchmaschinencrawler aus, da diese die Webseite jeweils nur für eine begrenzte Zeit besuchen und oftmals nicht durch mehrere Ebenen kommen. Folglich dauert es länger bis alle Inhalte indexiert sind. In diesem Zusammenhang gilt weiterhin, dass die oberen Hierarchien einer Webseite von Crawlern als wichtiger angesehen werden als tief unten versteckte Inhalte. Je weniger Ebenen es gibt, umso wichtiger erscheint die gesamte Webseite.

Nicht vernachlässigen sollte man den User. Dieser freut sich ebenfalls über eine übersichtliche Webseite, deren Navigation ihn nicht zu weit weg von der Startseite führt. Und die Usability ist hier ebenfalls ein wichtiges Signal in der Suchmaschinenoptimierung. Denn je unübersichtlicher und verschachtelter eine Webseite ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der User bei seiner Suche überfordert wird und abspringt. Passiert dies häufiger, registrieren Suchmaschinen eine hohe Absprungrate (Bounce Rate), was sich negativ auf das Ranking auswirken kann.

Sprechende URLs

Mehr Relevanz für Seiteninhalt und -struktur schafft man mit sprechenden URLs. Sie enthalten also Wörter – im Idealfall die relevanten Schlüsselwörter für Kategorien, Subkategorien und Inhalt – und keine kryptischen Zeichen und Namen, die dem User keinen Aufschluss zum Inhalt geben. Hierzu zählen unbrauchbare Parameter und Session-IDs sowie viel zu allgemein gehaltene Seitennamen ganz nach dem Motto „seite.1.“, „seite.2“ und „seite.3“. Absolute No Gos in der Suchmaschinenoptimierung. Durch sprechende URLs kann der User ablesen, in welcher Ebene der Webseite er sich befindet und welcher Inhalt ihn erwartet. Denn: URLs werden in den Suchergebnissen angezeigt. Wurden innerhalb der URL für die Suche relevante Keywords verwendet, werden diese in den Snippets (siehe Title & Description) fettgedruckt dargestellt. Das bietet dem User Orientierung und gleichzeitig erzeugt man zusätzliche Relevanz zu seiner Suchanfrage.

Interne Verlinkung

Im Sinne der Usability spielt die interne Verlinkung eine wichtige Rolle, denn so leitet man den User entsprechend seiner Interessen zu weiteren Inhalten der Webseite. Es gilt also für einander relevante Inhalte der eigenen Seite zu verlinken – sozusagen Querverweise zu erstellen wie es etwa Wikipedia in ihren Texten vornimmt. Man erzielt aber keinesfalls nur einen Nutzen für den User, sondern auch für Suchmaschinen. So gelangen Crawler über die interne Verlinkung zu weiteren Inhalten der Webseite. Folglich indexieren Suchmaschinenbots auch jene Seiten, die über keine externen Verlinkungen verfügen.

Bei einer intelligenten internen Verlinkung kann man weiterhin wertvollen Linkjuice – im Grunde Linkeigenschaften, die von einer Seite auf die nächste übertragen werden – an Seiteninhalte weitergeben, die noch keine eigenen Backlinks generiert haben. Die Praxis zeigt, dass auf diese Weise auch Inhalte ohne externe Verlinkungen gute Rankings erzielen können. Weiterhin hat der übermäßige Gebrauch von transaktionsbezogenen Keywords (siehe Keywords) – auch Money-Keywords genannt – in der internen Verlinkung keinen negativen Einfluss auf das Ranking wie es bei externen Links seit dem Penguin-Update von Google beobachtet wird. Da speziell diese und insgesamt die Möglichkeiten der internen Verlinkung von vielen Webmastern nur unzureichend ausgeschöpft werden, können gute Ergebnisse erzielt werden.

Quellcode

Der Quellcode, der zum Beispiel in den Programmiersprachen HMTL, Flash oder PHP geschrieben wurde, entscheidet darüber, wie und ob eine Webseite korrekt dargestellt wird. Entscheidend ist hierbei ein sauberer, schlanker Quellcode, der sich auf eine einwandfreie Funktionalität und schnelle Ladezeiten auswirkt. Das wiederum erfreut User und Suchmaschinen gleichermaßen. Mit Bezug auf letztere ist ein schlanker Quellcode positiv für das Ranking und die Indexierung von Webseiten. Je weniger Quellcode der Crawler einlesen muss, umso mehr Zeit hat er, tiefer in die Webseite einzutauchen und mehr Inhalte zu indexieren.

Pagespeed

Pagespeed – also die Ladegeschwindigkeit der Webseite – darf keinesfalls vernachlässigt werden. Wenn ein User nicht wirklich unbedingt eine bestimmte Webseite aufrufen möchte, weil er sie bereits zuvor besucht hat und die Inhalte kennt, verschwindet er sobald die Ladezeiten etwas länger als üblich dauern. Angesichts der zahlreichen, vergleichbaren Webseiten, die ihm von Suchmaschinen angezeigt werden, muss er sich mit einer langsamen Ladegeschwindigkeit nicht zufrieden geben. Und hier gilt: User haben einen sehr kurzen Geduldsfaden. Zwei Sekunden sind die meisten User gewillt zu warten und bis drei Sekunden ist die Ladezeit wirklich akzeptabel. Bei vier Sekunden springen bereits 25 % der Seitenbesucher ab und bei zehn Sekunden Ladezeit verabschieden sich etwa 35 bis 40 %. Um den Pagespeed zu verbessern, kann man unter anderem unnötige Skripte und große Dateien entfernen. Auch die Verringerung der HTTP Request auf den Server ist ein Hebel, um die Ladegeschwindigkeit zu verbessern. Das gelingt etwa durch die Aktivierung von Caching, sodass Dokumente, Bilder und andere Inhalte zwischengespeichert und nicht bei jedem erneuten Besuch neu geladen werden müssen. Zusätzlich sollten größere Dateimengen zusammengefasst, Bilder komprimiert, Javascript und CSS ausgelagert werden.

Indexierung

Allein eine Webseite zu betreiben, sichert nicht die Auflistung in Suchmaschinen. Grundlage für das Ranking in Suchmaschinen ist die Indexierung, also die Datenerfassung durch Suchmaschinencrawler und „Kategorisierung“ im Suchindex entsprechend der Suchbegriffe. Ist eine Webseite nicht im Index, wird sie folglich nicht bei Suchanfragen angezeigt. Webmaster können die Indexierung ihrer Webseite zum Teil steuern – unter anderem durch eine intelligente interne Verlinkung. Wichtig sind aber vor allem robots.txt-Datei, eine Anleitung für Crawler welche Seiten indexiert werden dürfen, Canonical-Tags um doppelte Inhalte auszuschließen und Meta-Tags, die im Header der Seite definiert werden und den Suchmaschinen Infos über die Inhalte liefern. Für neue Webseiten ist weiterhin die Anmeldung bei Suchmaschinen erforderlich, um in den Index aufgenommen zu werden. Hier bietet es sich an die Sitemap beim Google Search Console Dienst einzustellen, was den Crawlern beim Kategorisieren und Indexieren hilft.

Im Übrigen können durch entsprechende Maßnahmen auch Seiten von der Indexierung ausgeschlossen werden – etwa Seiten nach der Newsletter-Anmeldung oder Bestellung sowie Datenschutzerklärungen oder unvollständige Seiten, die noch in Arbeit sind.

Mobile Seite

Die Suchmaschinennutzung verlagert sich zunehmen in Richtung Smartphone und Tablet, umso wichtiger wird es, von Anfang an die Webangebote für die mobile Suche zu optimieren. Denkbar ist hier der gezielte Aufbau einer mobilen Webseite oder die Verwendung von responsive Webdesign, das die Webseite automatisch an das Ausgabegerät anpasst. Da Suchmaschinen die Bedeutung von mobilen Endgeräten verstanden haben, berücksichtigen sie den Faktor „mobile-friendlyness“ im Ranking bei mobilen Anfragen. Hier gilt: Eine Webseite, die nicht für die mobile Anwendung optimiert ist, kann auch nicht das beste Ergebnis für einen Smartphone- oder Tablet-Nutzer sein.

Nun ist es offiziell: An der mobilen Webseite und Mobil SEO kommt keiner mehr vorbei, Google kündigt einen mobilen Index als Hauptindex an.

Title & Description

Ob die Meta-Tags Title und Description für das Ranking einer Webseite nach wie vor relevant sind, ist in der Branche mitunter umstritten. Und sicherlich hat ihr Wert im Vergleich zu anderen Rankingfaktoren im Laufe der Jahre nachgelassen. Am Ende bleibt aber festzuhalten, dass die Informationen aus den Snippets – bestehend aus URL, Title, Description und gelegentlich einigen Zusatzinformationen – für den Klick des Users ausschlaggebend sind. Es ist der erste Eindruck, den der Suchende von einer Seite erhält, und anhand dieser Informationen schätzt er ab, ob seine Suchintention hier befriedigt wird – oder nicht. Dabei gilt es natürlich nicht nur informativ, sondern auch ansprechend – klickfreundlich – unter Einbezug der wichtigsten Keywords zu beschreiben, was den User auf der Seite erwartet. So betrachtet haben Title und Description wiederum eine Relevanz für die Suchmaschinenoptimierung: Ergänzen sich Snippet und Seiteninhalt nicht, steigt die Bounce Rate. Und sind Title und Description nicht ansprechend formuliert, bleibt der Klick möglicherweise ganz aus.

Content

Content ist der Dreh- und Angelpunkt einer Webseite. Viele meinen sogar: Content is King! Unabhängig davon gilt, ohne Content – egal in welcher Form dieser dargestellt wird – dürfte es ziemlich schwer fallen, den Zweck der Webseite darzustellen und Traffic geschweige denn Conversions zu generieren. Stets und immer sollte darauf geachtet werden, dass der Inhalt frisch und einzigartig ist. Das schließt nicht nur das 1:1 Kopieren anderer Inhalte aus, sondern meint auch, Inhalte mit eigenen Ideen umzusetzen, sodass Unique Content entsteht. Kleiner Tipp am Rande: Menschen mögen Geschichten – also, erzählen Sie eine!

Grundsätzlich sei hierzu noch mal angemerkt, dass sich ein Inhalt nicht nur an Rankingfaktoren und bestimmten Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung orientieren sollte, sondern hier der User als Rezipient im Vordergrund stehen sollte. Denn am Ende beeinflusst er den Erfolg des Unternehmens, welches hinter einer Webseite steht. Führt der Inhalt nicht zum gewünschten Abschluss, kann die Seite noch so gut ranken. Anfragen, bestellen, downloaden, kaufen, anschauen und lesen muss immer noch der Mensch, nicht die Suchmaschine. Es sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass jeder Besucher in seinem Nutzerverhalten „registriert“ wird und damit seine „Meinung“ zum Content einer Seite an Suchmaschinen übermittelt: Kehrt der User schnell zur Ergebnisliste zurück, erhöht sein Shortclick die Bounce Rate. Verweilt er aber auf der Seite und konsumiert die Inhalte, möglicherweise klickt er sich durch weitere Unterseiten, ist das ein positives Zeichen für Suchmaschinen wie Google und damit das Ranking der Webseite.

Keywords

Bevor man sich überlegt, in welcher Form ein Inhalt dargestellt werden kann, sollten Keywords definiert werden. Hier unterscheidet man zwischen informationsbezogenen, transaktionsbezogenen und markenbezogenen Keywords, die unterschiedliche Intentionen des Suchenden bedienen. Die definierten Keywords – Shorttail und Longtail – sind anschließend nach Relevanz auszuwählen – ebenso wie passende Synonyme und semantische Begriffe, die das Thema allgemeiner umfassen und beschreiben. Während Hauptkeywords insbesondere in prominenter Position z.B. in Überschriften und in bestimmter Häufigkeit (Keyworddichte) genannt werden sollten, gilt es Nebenkeywords in deren Nähe zu platzieren. So erkennen Suchmaschinen die Relevanz für den Suchbegriff besser. Über all diesem steht die Lesbarkeit und der Mehrwert – Faktoren, die auf den Leser abzielen, aber nicht immer bedient werden. Unter anderem sollte in diesem Zusammenhang unbedingt Keyword-Stuffing, also das sinnlose Überladen eines Inhalts mit Schlüsselwörter, vermieden werden.

Überschriften

Sowohl Leser als auch Suchmaschinen können durch die richtige Verwendung von Überschriften Texte besser verarbeiten. Da sich das Lesen am Bildschirm vom Lesen von Papiermedien unterscheidet und das Auge von vielen anderen Aspekten der Webseite abgelenkt werden kann, sind Überschriften als „Haltepunkte“ und „Wegweiser“ für die Augen unerlässlich. Nach dem W3C (World Wide Web Consortium) werden die Überschriften in einer Hierarchie verwendet, in der es nur eine H1-Überschrift gibt. Danach können beliebig viele und unterschiedliche Zwischenüberschriften von H2 bis H6 folgen. Um den Überblick zu wahren, sollte man allerdings nicht zu viele Zwischenüberschriften wählen. Gleichfalls haben Überschriften mehr Bedeutung für Suchmaschinen, wenn sie weniger häufig vorkommen. Zu beachten ist, dass die H-Überschrift mit der jeweils höheren Ziffer einen Unterabschnitt darstellt. Absätze und Überschriften sollten daher inhaltlich passen.

Beispielhafte Überschriftenzuordnung in HTML-Schreibweise:

<h1>Suchmaschinenoptimierung für Anfänger</h1>

<h2>SEO selber umsetzen</h2>

<h3>Vorteile der DIY-Suchmaschinenoptimierung</h3>

<h3> Nachteile der selbstgemachten SEO</h3>

<h2>Wann eine Agentur beauftragen?</h2>

<h3>So erkennen Sie seriöse Dienstleister</h3>

Inhalte

Die Inhalte können in sehr unterschiedlicher Form dargestellt werden – in Textform z.B. als Artikel, Ratgeber, Checklisten, Interview, Anleitung, Whitepaper oder Umfrage, in audiovisueller Form als Video, Audiodatei, als Präsentation oder Webinar. Grundsätzlich gilt es auf korrekte Grammatik und Rechtschreibung zu achten, einen eigenen Stil zu finden, Inhalte zu strukturieren und den Rezipient zur Conversion zu animieren (Call-to-Action). Gleichfalls kann man die Rezipienten immer wieder auf andere Inhalte der Webseite hinweisen – ganz im Sinne der internen Verlinkung. Selbstverständlich gelten auch hier die Faktoren Einzigartigkeit, Frische, Mehrwert / Nutzen und Lesbarkeit/ Verständlichkeit.

Bilder, Grafiken, Videos, etc.

Wer Inhalte wie Bilder, Grafiken oder Bildershows anbieten möchte, für sich alleinstehend oder ergänzend zu einem Text, sollte auch diese optimieren. Das bezieht sich zum einen auf die Unterschriften bei Bildern und Grafiken, sodass der Leser diese einordnen kann, und zum anderen auf die Metadaten „Beschreibung“ und „alternative Beschreibung“ (alt-Attribut). Dies sind Informationen, die der Leser nicht sofort bereitgestellt bekommt, sondern erst dann, wenn er mit dem Cursor über das Bild fährt oder dieses aus technischen Gründen nicht dargestellt werden kann. Beide Metadaten sollten das Bild oder die Grafik möglichst gut beschreiben. Das ist auch dahingehend sinnvoll, wenn ein sehbehinderter User den Inhalt von einem Screenreader lesen lässt.

Offpage Optimierung: Indirekte Maßnahmen für die Webseite

Kommen wir nun zu jenen Maßnahmen, die man nicht unmittelbar an der eigenen Webseite durchführen kann, sondern im weitesten Sinne in deren Umfeld. Als Offpage Optimierung werden in der Regel jene Maßnahmen zusammengefasst, die sich mit dem Aufbau einer Backlinkstruktur befassen. Ziel der Offpage Optimierung ist, möglichst viele, gute externe Verlinkungen auf die eigene Webseite zu bekommen. Hierbei sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen.

Klassischer Linkaufbau

Ein wichtiger Teil der Suchmaschinenoptimierung – genauer der Offpage Optimierung – ist der Linkaufbau, der klassischerweise über die Verlinkung zu anderen Webseiten, Blogs und Themenportalen stattfindet.

Linkqualität

In den Anfängen der Suchmaschinenoptimierung wurde die Qualität eines Backlinks beziehungsweise einer Link gebenden Seite durch ihren „PageRank“ definiert, der einst von Google Mitbegründer Larry Page entwickelt wurde. Der PR zeigte den Wert einer Seite, mit entsprechendem Tool war dieser sogar sichtbar. Durch Linkkauf und -miete hat der PageRank jedoch an Relevanz verloren und wurde in seiner sichtbaren Form sogar 2011 von Google vollständig eingestellt. Heute ist es etwas schwieriger, die Qualität eines Links zu bestimmen. Die Linkqualität setzt sich u.a. aus dem Trust der Webseite (Authorität), dem Alter des Backlinks, der Anzahl ausgehender Links und den nachfolgenden Faktoren zusammen:

Linkpopularität / Domainpopularität

Aus Sicht der Suchmaschinen sind vor allem jene Backlinkstrukturen hochwertig, die von möglichst vielen unterschiedlichen Webseiten Links erhalten. Frei nach dem Motto: Je mehr verschiedene Menschen eine Empfehlung aussprechen, umso wahrscheinlich handelt es sich um etwas „Wichtiges“. Das gilt auch für die Links, die von einer Webseite auf die eigene verweisen. Je höher hier die Linkpopularität ist, umso wertiger scheint auch der Backlink. Eine gute Linkpopularität gilt es durch eine hohe Domainpopularität zu ergänzen – frei nach dem Prinzip: Qualität ist besser als Quantität. Das bedeutet im Bereich Backlinks: Besser 100 Links von 50 Domains, als 1.000 Links von einer Domain.

Bad Neighborhood

Im Sinne guter und vertrauenswürdiger Webseiten sollte bei der Linkbewertung auch immer auf die Nachbarschaft geachtet werden. Als „Bad Neighborhood“ werden Seiten bezeichnet, die schlechten Content bieten, über viele gekaufte Links verfügen oder gar zu unseriösen, illegalen Angeboten verweisen. Ratsam ist es, die Links regelmäßig zu überprüfen, ob sich das „Erscheinungsbild“ einer Webseite etwa verschlechtert hat.

Linkposition

Die Position des Links innerhalb der Seite hat einen gewissen Wert für Suchmaschinen. Diese gehen davon aus, dass gekaufte oder gemietete Links meist im Footer stehen und werten daher dort befindliche Backlinks als weniger wertvoll. Links, die hingegen von Text umgeben sind, werden als wertvoller angesehen.

Themenrelevanz

Zwischen verlinkter und Link gebender Seite sollte nach Möglichkeit ein thematischer Bezug bestehen, besser wenn sogar zwischen den Webseiten eine Themengleichheit besteht. Denn in diesem Zusammenhang erscheinen die Links tatsächlich als inhaltliche Empfehlung für den User. Wer in einem Text über „Suchmaschinenoptimierung“ auf „Kochrezepte“ verlinkt, wird seinem Leser damit kaum Mehrwert im Sinne weiterführender Informationen bieten können.

Ankertext

Der Ankertext ist der anklickbare Teil eines Hyperlinks, der in einem Text gesetzt wurde. Für Leser und Suchmaschinen ist es an dieser Stelle hilfreich, wenn der Ankertext den Inhalt der verlinkten Seite in kurzen Auszügen wiedergibt und nicht etwa nur aus „hier“ oder „klicken“ besteht. Sinnvoll sind aussagekräftige Formulierungen, gegebenenfalls die Verwendung von Keywords, die für diese und die nachfolgende Seite relevant sind. Ankertexte sollten niemals identisch sein beziehungsweise sich zu oft wiederholen. Denn auch hier bevorzugen Suchmaschinen eine natürliche Struktur, die mal aus „hier“, mal aus dem „Keyword“ und mal aus dem „Domainnamen“ und vielen anderen Varianten besteht. Im Übrigen gilt das gleichermaßen für interne und externe Verlinkungen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man hier immer dem ersten Linktext innerhalb eines Textes schenken, da nur dieser aus Sicht von Suchmaschinen Relevanz besitzt. Das liegt schon daran, dass der Crawler immer über den ersten Link zur nächsten Seite gelangt. Im Sinne des Users sollte man aber alle Ankertexte optimieren.

Linkaufbau

Beim tatsächlichen Aufbau einer Backlinkstruktur sollte ein natürlicher Charakter erzeugt werden. Daher gilt es eine gute Mischung aus allerlei Backlinks zu generieren – mal gute, mal weniger gute, mal themengleiche, mal themenrelevante, mal mit Keyword-Ankertext, mal ohne.

Dauer

Der Linkaufbau erfolgt fortlaufend, wenngleich sicherlich zum Start einer Webseite mehr Zeit und Mühe investiert werden. Grundsätzlich gilt aber auch hier: „Natürlichkeit“ geht vor. Eine Webseite bekommt nicht zu Beginn 1.000 Backlinks und später kaum mehr welche. Eine natürliche Backlinkstruktur braucht ihre Zeit.

Linkquantität

Sicherlich spielt die Quantität der Backlinks eine wichtige Rolle. Sind aber viele Links von minderer Qualität, können sie in der Masse die fehlende Qualität auch nicht zwingend ausgleichen. Jedenfalls nicht auf Dauer und so wären die Aufwendungen für den Linkaufbau umsonst. Aus Sicht von Suchmaschinen ist ein natürlicher Linkaufbau nicht von extremen Hoch- und Tiefphasen geprägt. Eine Webseite bekommt also nicht plötzlich 1.000 Backlinks und am nächsten Tag nur 2.

Linkaufbau im Social Web

Im Zuge der immer wichtiger werdenden sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram sind sogenannte „Social Signals“ aufgekommen – Verlinkungen, die durch Shares, Retweets oder Posts in sozialen Netzwerken entstehen. Zwar wurden Social Signals nicht als offizielles Rankingkriterium von Suchmaschinen wie Google bestätigt, dennoch zeigen verschiedene Untersuchungen der Branche, dass Webseiten mit gutem Ranking auch viele Social Signals aufweisen. Ob diese jedoch das Ranking aktiv beeinflussen, ist noch nicht geklärt. Dennoch kann es für Unternehmen und Webseitenbetreiber Vorteile bringen, in den sozialen Netzwerken aktiv mit gutem, frischem Content zu punkten, da sich dies auch auf die Reputation und Markenbindung auswirkt. Warum die Social SEO ein wichtiger Teil der heutigen Suchmaschinenoptimierung ist, habe ich hier zusammengefasst.

Mal eben so SEO machen…?

Die Suchmaschinenoptimierung ist kein einmaliges Vorhaben, sondern vielmehr ein fortlaufender Prozess. Es erfordert viel Erfahrung und Arbeit, die „richtige Mischung“ für eine Webseite zu finden, denn jede ist tatsächlich individuell und es gibt kein allgemein gültiges SEO-Rezept, das Sie zu 100 % in die vordersten Reihen der Suchmaschinen bringt. SEO ist ein Kreislauf aus Testing und Controlling, Analysen und Anpassungen. All die genannten Faktoren, und innerhalb derer viele weitere Aspekte, müssen stets individuell zusammen geführt werden, um ein bestmögliches Ergebnis im Ranking zu erzielen. Gleichfalls sorgen Suchmaschinenbetreiber, Mitbewerber und User für stetige Veränderungen im Markt „Suchmaschine“. Anforderungen, Verhaltensweisen und Ansprüche verändern sich fortlaufend. Die Suchmaschinenoptimierung der Webseite sollte daher ebenso gründlich und regelmäßig gepflegt werden wie Inhalte und Angebote.

Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass sich Onpage und Offpage Optimierung in der Suchmaschinenoptimierung ergänzen und beeinflussen. Wer zum Beispiel ansprechende Inhalte liefert, hat bessere Chancen gute Verlinkungen zu generieren oder im Social Web für Aufmerksamkeit zu sorgen. Im Übrigen gilt diese Korrelation auch für die Suchmaschinenoptimierung im Zusammenhang mit anderen Disziplinen des Online Marketings – wie Social Media Marketing oder Suchmaschinenwerbung. Und wenngleich sich hier viele Aspekte und Sichtweisen im Laufe der Jahre verändert haben, so ist die Suchmaschinenoptimierung in der Definition doch gleich geblieben.

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